Ein Mensch ist gestorben

Was ist jetzt wichtig?

Die Zeit zwischen dem Tod und der Beerdigung ist eine besondere – eine Übergangszeit. In dieser Zeit stehen drei Aufgaben im Vordergrund:

1. Umsorgen

Der verstorbene Mensch wird ein letztes Mal versorgt, in den Sarg gebettet und alles Wichtige für seine Bestattung vorbereitet.

2. Begreifen

Den Tod zu begreifen ist ein Prozess, der lange dauern kann. Doch was wir tun können, ist, ihn begreifbarer zu machen. Dies kann auf vielerlei Wegen geschehen – durch Abschiednehmen, Rituale, Berührung oder gemeinsames Erinnern.

Gemeinsam beleuchten wir die Möglichkeiten und schauen, was sich stimmig und richtig anfühlt.

3. Erinnern

Wir schaffen Erinnerungen. Alles, was in dieser Zeit passiert – sei es für den verstorbenen Menschen oder für sich selbst – wird zur Erinnerung.

Ein guter Abschied kann zu einem Kraftspender für den weiteren Trauerweg werden.

Die ersten Schritte – was jetzt zu tun ist

Wenn Sie sich unsicher fühlen, kann es immer helfen, uns direkt zu kontaktieren. Wir schauen gemeinsam, welche Schritte notwendig sind und was vorbereitet werden kann.

Von dem Tod eines Menschen zu erfahren – vielleicht sogar das Sterben begleitet zu haben – kann alles durcheinanderbringen. Es ist völlig in Ordnung, erst einmal innezuhalten, sich zu sammeln und jemanden um Beistand zu bitten.

Ein klarer Gedanke muss jetzt noch nicht da sein.

Stirbt ein Mensch im Krankenhaus oder Heim, übernimmt die Einrichtung meist die Kontaktaufnahme.

Stirbt ein Mensch zuhause, sollte der Hausarzt oder der ärztliche Bereitschaftsdienst (116 117) verständigt werden. Der Arzt stellt die Todesbescheinigung aus – erst dann darf der Verstorbene abgeholt werden.

Sterben, Tod und Abschied gehören zu den intimsten Phasen im Leben. Alles, was nun geschieht, prägt den Trauerweg. Deshalb ist es wichtig, ein Bestattungshaus zu wählen, bei dem das Bauchgefühl stimmt.

Das kann das Haus im Ort sein – muss es aber nicht. Die Wahl ist nicht ortsgebunden.

Sie dürfen sagen: „Wir möchten Sie kennenlernen und schauen, ob wir zusammenpassen.“
Das zeigt: Es geht zunächst um Vertrauen, nicht um eine sofortige Beauftragung.

In einem ersten Telefonat besprechen wir, was jetzt wichtig ist, und vereinbaren einen Termin für das persönliche Gespräch. Manchmal ist es auch notwendig, den Verstorbenen zunächst vom Sterbeort abzuholen – dann nehmen wir uns dafür behutsam Zeit.

Im Gespräch erklären wir alle nächsten Schritte ausführlich, damit Sicherheit und Vertrauen entstehen.

Das Beratungsgespräch kann am Sterbetag stattfinden, muss es aber nicht. Gerade bei Feuerbestattungen ist es oft sinnvoll, einen oder zwei Tage später zu sprechen. Entscheidend ist: Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen. Das Gespräch kann im Bestattungshaus, zuhause oder an einem Ort Ihrer Wahl stattfinden.

Wichtig im Beratungsgespräch:

  • Zeit: Die meisten Entscheidungen müssen nicht sofort getroffen werden.
  • Unterstützung: Sie entscheiden, wobei Sie unsere Hilfe möchten.
  • Fragen: Alles darf gefragt werden – Wissen schafft Sicherheit.
  • Individuell: Traditionen dürfen überprüft und neu gedacht werden.
  • Roter Faden: Wir halten alles schriftlich fest, um Orientierung zu geben.
  • Kostentransparenz: Nach dem Gespräch erhalten Sie einen Kostenvoranschlag mit allen Gebühren und Optionen.
  • Beauftragung: Erst nach Klärung aller Punkte werden Unterschriften nötig. Wünsche können sich jederzeit anpassen.

Würde hat nichts mit Geld zu tun. Uns ist wichtig, dass jede Familie den Abschied so gestalten kann, wie er sich richtig anfühlt – unabhängig von finanziellen Möglichkeiten.

Wenn die Welt sich verändert

Der Tod eines Menschen ist immer eine Ausnahmesituation. „Und die ganze Welt ändert sich, wenn einer fehlt.“ In solchen Momenten können Traditionen Sicherheit geben. Doch manchmal lohnt es sich, über klassische Vorstellungen hinauszudenken.

Wichtiger als Konventionen sind die Fragen:
„Was ist mir wichtig?“ – „Was brauche ich gerade jetzt?“ – „Was gibt mir Kraft?“

In den Tagen nach dem Tod wechseln Gefühle oft zwischen Traurigkeit, Wut, Ohnmacht, Liebe, Dankbarkeit, Verzweiflung oder auch Gefühlsleere. All diese Empfindungen dürfen sein – sie sind Ausdruck von Trauer. Und Trauer ist vor allem eins: Liebe.

Auch die Liebe, die man sich vielleicht im Leben gewünscht hätte.